Borland C++ Compiler 5.5

Wer keine Lust oder nicht die Mittel hat, ein paar Hunderter für Microsoft Visual C++ 6 auszugeben, der kann sich kostenlos den Borland C++ Compiler downloaden. Dies ist zwar der nackte Compiler ohne IDE (Integrated Development Environment) und Debugger (im Gegensatz zum Borland C++ Builder), reicht aber für die ersten gehversuche alle mal aus.

Den Borland C++ Compiler 5.5 kannst du nach einer kostenlosen Registrierung bei Borland downloaden (ca. 8,5 MB).

Installation

Da der Borland C++ Compiler ohne IDE daherkommt, hat er auch kein vernünftiges Installationsprogramm. Man muss ihn also mehr oder weniger von Hand installieren.

set PATH=C:\Borland\bin;%PATH%
-I"C:\Borland\include"
-L"C:\Borland\lib"
-L"C:\Borland\lib"

Compilieren

Möchte man eine Konsolen Applikation (also eine textbasierende Anwendung) compilieren, dann tippt man folgende Zeile in die MS DOS Eingabeaufforderung mit der project.cpp Datei im selben Verzeichnis.

bcc32 project.cpp

Eine wirkliche Windows Anwendung compiliert man mit folgender Zeile (project.cpp ist diesmal eine Windows Anwendung mit einer WinMain Funktion, statt einer main Funktion):

bcc32 -tW project.cpp

Mit '-e' und direkt dahinter einen Dateiname (ohne Lehrzeichen dazischen) kann man den Programmnamen des fertigen Programms beeinflussen.

Du solltest auch darauf achten, dass du die alte Dos Schreibweise (also 8.3) beim angeben der Dateien beachtest.

Das Programm MAKE

Da natürlich keiner Lust hat diese Zeile bei jedem neu compilieren neu zu schreiben (bei mehreren Source Dateien wird es dann ganz schlimm), kam man schnell auf die Idee diese Zeile in eine Batch Datei (*.bat) zu verbannen. Jedoch hat dies den Nachteil, dass bei der kleinsten Änderung in einer Datei das ganze Projekt neu compiliert werden muss. Für diesen Zweck gibt es das Programm MAKE. Man legt vorher Regeln fest, wie das Projekt compiliert werden soll und startet dann einfach MAKE. Dieses Programm kümmert sich dann darum, welche Dateien neu compiliert werden müssen und welche nicht.

Als erstes muss man festlegen, wie das Programm compiliert werden soll. Also schreibt man dies in die 'makefile' Datei. Als Beispiel haben wir zwei Dateien, die zusammen ein Dos Programm ergeben. Alles, was hinter der Route ('#') steht, ist Kommentar und wird von MAKE ignoriert.

# MAKE Test

test.exe    :  test1.obj test2.obj         # diese beiden Dateien müssen geupdatet werden
               bcc32 test1.obj test2.obj   # erstellt schließlich die test.exe Datei
               
test1.obj   :  test1.cpp                   # wird benötigt und wird nur ausgeführt,
                                           # wenn die Datei nicht up to date ist
               bcc32 -c test1.cpp          # -c: nur compilieren. Es entsteht test1.obj

test2.obj   :  test2.cpp                   # wird benötigt
               bcc32 -c test2.cpp

So gibst du dann für alle Dateien die Abhängigkeiten an. Danach speicherst du die Datei und rufst einfach das Programm MAKE mit 'make' auf und schon wird dein Projekt nach den von dir aufgestellten Regeln compiliert und gelinkt.

Natürlich kann man mit MAKE noch eine Menge mehr machen, aber dies reicht für einfache Projekte.

Henno Buschmann (Loggy)

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